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ttt - titel thesen temperamente

ttt - titel thesen temperamente

30 min
Das Erste poniedziałek, 31 sierpnia 03:40
Geplante Themen:- Heimat als Kampfbegriff - PEN Berlin auf Spurensuche in Sachsen-Anhalt"Für unsere Heimat" kämpft die SPD, "Heimat ist für alle da" erklärt die Linke, "Freiheit hat nur eine Heimat" findet die FDP, die AfD reklamiert die "Heimat im Herzen" und die CDU verspricht eine "Heimat mit Zukunft". Egal wer bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am kommenden Sonntag gewählt wird, Heimat gewinnt. Der Begriff, noch vor wenigen Jahren im politischen Sprachgebrauch diskreditiert, hat Konjunktur. Was Menschen heute mit Heimat verbinden oder von ihr erwarten, hinterfragt auch eine Veranstaltungsreihe, mit der der PEN Berlin gerade durch das Bundesland Sachsen-Anhalt tourt. Unter dem Titel "Ist das noch/schon mein Land?" sprechen jeweils zwei eingeladene Gäste auf dem Podium miteinander und mit einem dritten Gast: dem Publikum. Schriftstellerinnen, Unternehmer, Youtuber, Bundeswehroffiziere und Journalisten diskutieren: Gibt es eine gemeinsame Heimat oder hat jeder seine eigene? Ist Heimat Herkunft oder Wahl? Existiert so etwas wie ein spezifisches ostdeutsches Heimatgefühl, und was könnte das sein?ttthat die Diskussionsrunden verfolgt und sich unter anderem bei den Autoren Monika Maron und Clemens Meyer umgehört, wieviel Heimat der Mensch braucht. Hinter dem Wort, so Organisator und PEN-Sprecher Deniz Yücel, stehen die Fragen und Sorgen, die die Menschen dieses Landes bewegen. "Angst vor unkontrollierter Zuwanderung, Angst vor dem Erstarken des Rechtsextremismus, Angst vor dem wirtschaftlichen Niedergang. Angst vor dem Verlust des Vertrauten, Angst vor dem Verlust von Heimat." (Autor: Rayk Wieland)- Thomas Mann und die schwierige Rückkehr - Pawel Pawlikowskis "Vaterland"Im Juli 1949 fährt ein Auto mit einem besonderen Gast durch das vom Krieg zerstörte Frankfurt/Main. Nach 16 Jahren im Exil besucht Thomas Mann erstmals wieder Deutschland. Anlässlich des 200. Goethe-Geburtstages wird Mann mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet und wenige Tage später in Weimar mit dem Goethe-Nationalpreis. Es ist eine schwierige Rückkehr des Nobelpreisträgers in sein Vaterland. Deutschland ist gespalten, die Bundesrepublik hat sich gerade gegründet und der Osten des Landes ist sowjetische Besatzungszone. Thomas Mann sieht sich jenen daheimgebliebenen Künstlern gegenüber, die ihr Mitläufertum unter den Nazis als "innere Emigration" gedeutet wissen wollen. Und er ist Anfechtungen ausgeliefert, die Naziherrschaft und den Bombenkrieg risikolos vom Logenplatz im kalifornischen Exil aus kommentiert zu haben. Der polnische Regisseur Pawel Pawlikowski hat aus diesem Wiedersehen Thomas Manns mit Deutschland einen bemerkenswerten Spielfilm inszeniert, "Vaterland". Mit Hilfe eines Kunstgriffs, verschafft Pawlikowski dem Ereignis eine spannungsreiche Zuspitzung. Er lässt Thomas Mann auf seiner Reise von seiner Tochter Erika begleiten und nicht, wie tatsächlich geschehen, von Katja Mann. "Vaterland" ist mit Hanns Zischler als Thomas Mann und Sandra Hüller als Erika und bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt. In Cannes gab es für Pawlikowski den Preis für die beste Regie. "Vaterland" startet am 3. September in den Kinos. (Autor: Jens-Uwe Korsowsky)- Von der Kunst, den anderen auszuhalten: "Haltung ohne Hass" von Ahmad Mansour"Haltung ohne Hass. Eine Aufforderung" ist der Titel des neuen Buches von Ahmad Mansour. Der Psychologe und Präventionsexperte beschreibt darin eine Gesellschaft, die zunehmend verlernt, auch mit Andersdenkenden zu reden und zu streiten, ohne dabei das Gegenüber als Feind zu betrachten. Diese Fähigkeit aber ist unerlässlich für eine funktionierende Demokratie, so Mansour. Der Psychologe beschreibt diese Entwicklung anhand von Beispielen aus seiner Arbeit mit Jugendlichen, Lehrkräften und Sicherheitsbehörden. Aber er erzählt auch von seinen eigenen Erfahrungen mit Angriffen im Netz und Delegitimierung seiner Person. Denn weil er, der gläubige Muslim und Migrant, auch den Islamismus und die seiner Meinung nach verfehlte Einwanderung- und Sicherheitspolitik kritisiert, werden er und seine Familie im Netz bedroht und diffamiert. Warum er trotzdem weitermacht und weswegen er bei aller Kritik an sozialen Medien auch dort pointiert seine Meinung vertritt, erklärt Ahmad Mansour im Gespräch mit "ttt". (Autorin: Petra Böhm)- Die große Wirkung kleiner Gesten - "Theo of Golden" an der Spitze der New-York-Times-BestsellerlisteEin 86-jähriger Mann mit grünem Hut und mysteriöser Vergangenheit betritt ein Café in einer amerikanischen Kleinstadt, erblickt dort die Bleistiftporträts namenloser Menschen, kauft die Bilder und schenkt sie den Porträtierten: Das ist der unspektakuläre Anfang eines Romans über menschliche Güte, die große Wirkung kleiner, scheinbar bedeutungsloser Gesten: Allen Levis Debüt "Theo of Golden" brachte es in den USA auf Platz eins der Bestsellerliste der New York Times, wurde in 42 Sprachen übersetzt und erscheint jetzt auf Deutsch - ein Buch mit einer die Herzen öffnende Botschaft in politisch polarisierten, disruptiven Zeiten. Erwartungsgemäß hat auch Hollywood bereits angebissen. Tom Hanks soll in der Verfilmung wohl den Theo spielen. (Autor: Andreas Lueg)In einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung setzt das ARD-Kulturmagazin "ttt- titel thesen temperamente" auf kulturelle Perspektiven, die Hintergründe erklären, Debatten einordnen und unterschiedliche Sichtweisen zusammenbringen. Produziert wird die Ausgabe vom MDR. Erstmals führt am 30. August 2026dabei Thilo Jahn durch die Sendung. Moderation: Thilo Jahn
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  • 30 min